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Diverse Möglichkeiten der 3D-Übertragung: Line-alternating, Side-by-side, Checkerboard und Top-bottom (im Uhrzeigersinn, Grafik: JVC).
aus: Videokamera objektiv, Ausgabe 1-2/2011
Lexikon der 3D-Formate
Bei 3D geht es immer darum, zwei Perspektiven aufzunehmen und zu den beiden Augen zu bringen. Dafür wurden verschiedene Verfahren und Formate entwickelt:
3D-AVI
Das Container-Format AVI kann diverse Audio- und Video-Streams enthalten, so auch zwei Ströme für die 3D-Aufzeichnung; diese sind voneinander unabhängig und haben daher volle Auflösung. Die Fuji 3D W3 verwendet dieses 3D-Avi oder auch Stereo-Avi genannte Verfahren mit Motion-JPEG-Codierung, was sehr hohe Datenraten erfordert. Zweimal 720p mit 24 Bildern pro Sekunde kommen auf rund 50 Mbit/s, so dass eine 8-GB-Speicherkarte für rund 21 Minuten reicht.
Checkerboard
Kombination der zwei 3D-Bilder in einem Bild durch Abtastung wie beim Schachbrett: Die weißen Felder bilden die eine Perspektive, die schwarzen Felder die zweite (Fachausdruck Qunicunx Matrix Subsampling). Das Format wird von DLP-Fernsehern akzeptiert, die es auf dem US-Markt gibt. Es kann auch in ein Side-by-side-Bild gewandelt werden, wenn es datenkomprimiert übertragen werden soll, etwa im Fernsehen (Sensio-Format). Durch den Wechsel in senkrechter und waagrechter Abtastung wird die Auflösung nur in schräger Richtung (diagonal) halbiert.
Dual Stream
Werden die beiden Perspektiven in separaten Dateien oder Datenströmen gespeichert beziehungsweise übertragen, spricht man von Dual Stream. Die beiden Filme müssen meistens per Hand. Gelegentlich durch automatische Erkennung synchronisiert werden. Auflösungsverluste sind nicht damit verbunden, die Datenmenge verdoppelt sich.
Field-sequential
Mit verdoppelter Bildwechselfrequenz übertragene Halbbilder (Interlaced), früher gelegentlich eingesetzt für 30 Bilder anstelle von normalen NTSC-Signalen mit 60 Hertz etwa auf DVD. Damit lässt sich das Bild so darstellen, wie es übertragen wird, allerdings stark flackernd, da jedes Auge nur 30 Bilder pro Sekunde sieht. Heute nicht mehr gebräuchlich.
Frame-packing
Spezialformat für die Übertragung von 3D über HDMI-Buchse. Dabei werden die beiden Perspektiven in ein Vollbild (Frame) gepackt, getrennt nur durch einige Leerzeilen. Das Bild hat dann 1920 x 2205 Pixel. Frame-packing wurde mit HDMI-Version 1.4 definiert, kann allerdings auch von einige älteren Geräten benutzt werden (etwa Sony Playstation 3). Dabei verdoppelt sich die Datenmenge, die Übertragung erfolgt wie immer bei HDMI unkomprimiert. Neben den Bilddaten signalisiert der HDMI-Standard, um welche Anordnung es sich handelt. Auch Side-by-side oder Top-bottom kann gekennzeichnet werden, so dass ein TV-Schirm automatisch auf 3D-Wiedergabe schaltet; beide Formate sind auch mit älteren Geräten nutzbar, dann fehlt allerdings die Kennung.
Frame-sequential
Mit verdoppelter Bildwechselfrequenz übertragene 3D-Vollbilder (Progressive Scan); dann werden aus 50 Hertz 100, aus 60 Hertz 120. Frame-sequential ist gebräuchlich bei PC-Monitoren und Nvidia-Grafikkarten, ebenso bei Projektoren mit dem Siegel „DLP-3D ready“. Anders als bei den anderen 3D-Formaten kann die Darstellung exakt wie die Übertragung erfolgen.
Line-alternating
Zeilenweise Aufteilung eines Vollbildes in Halbbilder, wobei die eine Perspektive aus den geraden, die andere aus den ungeraden Zeilen besteht; auch Line-by-line. Entspricht qualitativ dem Top-Bottom-Format.
MVC
Das Format für die Speicherung von 3D-Filmen auf Blu-ray Disc verwendet einen normalen H.264-Datenstrom für die linke Perspektive, während die rechte in Form von Differenzdaten gespeichert werden. Damit bleibt die volle Auflösung beider Seiten erhalten, trotzdem ist der Mehraufwand geringer, nämlich 40 bis 60 Prozent zusätzlich zu normalem 2D-Bild. MVC wird im 3D-Player decodiert, wobei es in nahezu jedes Format gewandelt werden kann; Frame-packing ist im Blu-ray-Standard obligatorisch.
Side-by-side
Die beiden Perspektiven nebeneinander in einem Bild nennt man Side-by-side. Dabei wird in Video- und TV-Technik meistens die 2:1-Variante (auch half genannt) eingesetzt, bei der die beiden Bilder seitlich gestaucht in ein normales Bild gepackt werden wie auch bei der Panasonic-Kamera SDT750. Damit ist das Signal kompatibel zu allen normalen Speichermedien und Übertragungsverfahren, die Bandbreite entspricht einem normalen TV- oder HDTV-Signal; allerdings wird die Auflösung in Zeilenrichtung halbiert. In der Fotografie ist Side-by-side 1:1 gebräuchlich, also zwei unverzerrte Bilder ohne Schärfeverlust nebeneinander.
Top-bottom
Ähnlich wie bei Side-by-side werden hier zwei Bilder in eines gequetscht, allerdings nicht neben- sondern übereinander (auch als Above-below geführt). Es wird ebenfalls für Videosignale eingesetzt, speziell bei 720p-Übertragung, wo die Zeilenzahl, aber nicht die für 3D wichtige Auflösung in der Waagrechten halbiert wird.
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