Editorial, 9.4.2009
Uli Löhneysen, Redaktion
Her mit dem Oscar!
Was machen die da? mag sich mancher Autofahrer am frühen Samstagmorgen gedacht haben. Eine verlassene Bushaltestelle, ein auffällig altes Taxi, Männer in Warnwesten und mit Koffern. Was bringt sie dazu, so früh aufzustehen und sich die Füße abzufrieren, während ihre Altersgenossen gerade erst die Clubs (für die Älteren unter uns: Disco sagt man heute nicht mehr) verlassen und sich ins Bett schleppen?
Es ist die Lust am Filmemachen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und was könnte es Schöneres geben als aus dieser Lust einen Beruf zu machen? Das wird nicht jedem gelingen, der die Kamera gerade halten oder das Licht unfallfrei einschalten kann. Trotzdem.
"Igendwas mit Medien zu machen, ist der Wunsch vieler junger Leute. Ich kann das aus eigener Erfahrung nur empfehlen, vor allem: Irgendwas mit Film und Video. Denn die visuelle Kommunikation steht gerade erst am Anfang der Bedarf an Leuten, die etwas in bewegten Bilder vermitteln können, wird sicher weiter ansteigen.
Jeder von uns, der in den Medien arbeitet, hat im Laufe seines Berufslebens immer wieder mal das Glück gehabt, von Kollegen, von Vorgesetzten oder anderen Partnern gefördert worden zu sein. Oft ist es das Glück, genau im richtigen Augenblick die richtigen Leute getroffen zu haben. Diesem Glück wollen wir auf die Sprünge helfen und unsererseits junge Leute fördern.
Wir haben keine Etats zu verteilen, aber wir können Türen öffen. Wir kennen den einen oder anderen Experten, wir wissen, welche Hardware wofür geeignet ist. Vielleicht ist es ja gerade das, was dann aus einem spannenden Projekt einen aufregenden Film macht. Wir haben es mit den jungen Leuten in Stuttgart probiert, und es macht Lust auf mehr.
Also her mit den Ideen, und dann sehen wir weiter. Hauptsache, das Filmemachen macht Spaß. Dann können die Oscars kommen.
Uli Löhneysen
(Redaktion)
loehneysen@objektiv.org
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